Die Kakaopflanze wurde bereits in der Zeit um 1500 vor Christi in Mexiko entdeckt und dort erkannte man relativ schnell den Wert der Kakaobohne. Man hielt sie für heilig und nur adelige Männern, Priestern und Kriegern war der Konsum der Kakaobohne erlaubt, immerhin waren die Bohnen einer Sage nach von dem Gott Quetzalcoatl - dem gefiederten Gott des Windes - selbst gebracht worden. Der Kakao wurde aus speziellen Gefäßen getrunken, die später sogar als Grabbeigaben dienten und den hohen Stellenwert des Getränkes zeigten.
Dabei lag der Wert nicht nur im Geschmack und der anregenden Wirkung des Kakaos, sondern auch in der Bohne selbst. Sie galt bei den Maya als Zahlungsmittel, das auch später von den Azteken übernommen wurde.
Ein Truthahn hat zum Beispiel einen Wert von 200 Kakaobohnen. Hierbei besaßen große, fahlrote Kakaobohnen einen höheren Wert als andere, so dass sich sogar eine Tradition des "Geldfälschens" durch einfärben und aufquellen lassen entwickelte. Wie es jedem Zahlungsmittel gebührt, wurde auch die Kakaobohne säckeweise in Schatzkammern eingelagert - in einem Kaiserlichen Lager sollen bis zu 960 Tonnen der begehrten Ware zu finden gewesen sein.
Der Kakao kommt nach Europa.
Die Entdeckung Amerikas war auch die Entdeckung des Kakaos. Christoph Kolumbus selber ist jedoch nie in den "Genuß" des exotischen Getränks gekommen. Der Eroberer Hernan Cortez brachte die Kakaobohne erstmal im 16. Jahrhundert nach Europa und führte sie am spanischen Hof vor.
Zunächst fand die Kakaobohne dort wenig Anklang, denn Kakao an sich enthält keine eigene Süße. Schließlich begann man am spanischen Hof mit Honig und Rohrzucker zu experimentieren und kam auf den Geschmack. Allerdings war die Kakaobohne in diesen Zeiten noch so selten und damit so teuer, dass nur der Adel sich den Konsum erlauben konnte, dem Volk blieb Kakao vorerst vorenthalten.
Der lateinische Name des Kakaobaums ist "Theobroma cacao L.", was sich mit "Speise der Götter" übersetzen läßt. Der bis zu 15 Metern hohe, dünne Baum gedeiht nur in tropischen Gebieten, vorzugsweise im Schatten größerer Bäume, und gehört zu den Sterkuliengewächsen.
Direkt am Stamm entstehen jährlich bis zu 100.000 Blüten - aus den befruchteten werden lange, dickliche und gurkenförmige Früchte, die mit der Reife immer gelber und dunkler werden. In ihrem Inneren sind bis zu 50 Samenkörner in einem dicken, weißen Fruchtfleisch zu finden: der Kakao. Erst durch Weiterverarbeitung durch Trocknen, Fermentieren und Rösten entfalten diese Körner ihr charakteristisches Aroma.
Von der Trinkschokolade zur festen Schokolade.
Erst der Holländer Van Houten entwickelte sehr viel später ein vollkommen neues Verfahren. Er presste und zermalte die Kakaobohnen und spaltete dadurch die Kakaobutter vom Kakao ab. Mit der Entwicklung dieses Verfahrens breitete sich Kakao mehr und mehr in Europa aus. Er galt sogar als Kräftigungsmittel und wurde in Apotheken verkauft.
Parallel hierzu entwickelten sich die ersten Schokoladenfabriken in Deutschland und in Holland.
Die erste richtige Essschokolade entstand 1847 und wurde von der englischen Firma "J.S. Fry & Sons" vertrieben. Erst 1875 gelang es als erstem dem Schweizer Daniel Peter, der Schokolade Milchpulver von Nestlé hinzu zu fügen und erschuf damit eine der auch heute noch beliebtesten Sorten: die Milchschokolade.
Mit weiteren Erfindungen wie speziellen Walzen zur Verfeinerung der Schokolade und dem von Rodolphe Lindt entwickelten Verfahren des Conchierens wurde die Schokolade immer feiner, schmelzender und kostbarer.